Die Corona-Krise hat die Bildungsungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem weiter vertieft. Studienergebnisse zeigen, dass die Schulschließungen ganz besonders jene Kinder hart getroffen haben, die keine ausreichende Förderung im Homeschooling erhalten konnten, weil sie aus sozial benachteiligten Lebensverhältnissen kommen [1].

Gleichzeitig wurde durch die Pandemie die hohe Bedeutung von digitalen Lehr- und Lernangebote sehr deutlich. Im Februar betonte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Das Thema drängt: Wir brauchen die Digitalisierung der Bildung, um unsere Kinder besser für das Leben in der digitalen Welt fit zu machen und sie individueller fördern zu können.“ Die Digitalisierung der Schulen sei eine langfristige Aufgabe unabhängig von der Corona-Pandemie.

Während einerseits digitale Bildung grundsätzlich also als Chance gesehen wird, die individuelle Förderung und damit auch die Chancengleichheit zu erhöhen, verstärken die Erfahrungen und Beobachtungen während der Pandemie die Sorge, dass genau das Gegenteil der Fall ist. In unserer Diskussionsrunde wollen wir uns deswegen die Frage stellen:

Bildung nach Corona – Wie erreicht digitale Bildung alle Schüler:innen?

An der Diskussionsrunde werden Personen aus der Politik, der Praxis und der Wissenschaft teilnehmen. Auch ein:e Schüler:in wird die Runde mit persönlichen Erfahrungen bereichern. Die Diskussion findet am 5. Juli um 19:30 Uhr statt. Wir freuen uns auf einen spannenden und lehrreichen Abend und laden Euch ganz herzlich ein, dabei zu sein!


[1] Wößmann, L., Freundl, V., Grewenig, E., Lergetporer, P., Werner, K., Zierow, L.: Bildung erneut im Lockdown: Wie verbrachten Schulkinder die Schulschließungen Anfang 2021? ifo Institut, München, ifo Schnelldienst, 2021, 74, Nr. 05, 36-52